Ich wurde auf einen Artikel über die abgelaufene Saison des Stadttheaters Bern aufmerksam gemacht.Interessant ist insbesondere die letzte Zeile: Eigenwirtschaftlichkeit 21.5%
Eigenwirtschaftlichkeit heisst "Begriff zur Kennzeichnung der Finanzsituation eines öffentlichen Unternehmens. Eigenwirtschaftlichkeit ist dann gegeben, wenn Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen sind und damit kein Defizit vorliegt.".
Das bedeutet also umgekehrt ausgedrückt, dass der Eintritt ins Stadttheater fünfmal teurer sein müsste, als er ist, um die Eigenwirtschaftlichkeit zu erreichen. D.h. statt der durchschnittlich ca. 70 Franken müsste ein Eintritt also 350 Franken kosten. Natürlich vorausgesetzt, dass immer noch alle jetztigen Besucher kämen.
Warum wird das Verursacherprinzip im Sinne "Wer etwas nutzen will, soll die dafür anfallenden Kosten bezahlen" zwar bei Abfall, Strassenverkehr, im ganzen Bereich der kommerziellen Kultur (Pop-/Rockkonzerte, Musicals, Kino, TV, Freizeitparks, Sportveranstaltungen) oder Energieversorgung hochgehalten, bei der klassischen Kultur aber nicht?
Die Differenz bezahlen die Steuerzahler.
Quellen:
- http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/eigenwirtschaftlichkeit.html
- http://www.stadttheaterbern.ch/35-eintrittspreise.html
- http://www.facebook.com/emeidi 17.12.2009